Fachtagung am 20.11.2015

(v.l.n.r.) Anke Overbeck, Stephanie Schmidt, Christina Pruß, Stephan Schwarz, Nesrin Tekin
(v.l.n.r.) Anke Overbeck, Stephanie Schmidt, Christina Pruß, Stephan Schwarz, Nesrin Tekin

Unerwünscht, unsichtbar oder unterschätzt? Diese Schlagworte standen im Fokus der Fachtagung zu Migrantinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

 

Nach wie vor arbeiten viele Frauen mit Migrationshintergrund in Jobs, die prekär, schlecht entlohnt und nicht existenzsichernd sind. Zudem sind Migrantinnen überproportional von Arbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung betroffen.

 

Was sind die Ursachen dieser Situation? Welchen politischen und ökonomischen Herausforderungen müssen wir uns stellen, um hier zu Lösungen zu kommen, damit Migrantinnen eine reale Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation erlangen? Und welche Praxisansätze gibt es bereits, welche sind perspektivisch denkbar? Diese Fragen zogen sich als roter Faden durch die Veranstaltung, in der es um die Perspektiven für die Schaffung existenzsichernder Tätigkeiten für Frauen mit Basisqualifikationen ging. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der bislang von der Politik und Wirtschaft wenig beachteten Gruppe der erwachsenen Migrantinnen.

 

Ziele der Tagung waren:

  • verschiedene gesellschaftliche Gruppen/Akteure für das Thema zu sensibilisieren
  • Ursachen zu beleuchten
  • best practice-Beispiele kennen zu lernen
  • konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation zu geben
  • politische Akteure wachzurütteln und eine politische Diskussion darüber zu forcieren, mit welchen Maßnahmen dem Problem der Prekarisierung von Migrantinnen begegnet werden kann
  • Kooperationen zwischen TIO und engagierten Unternehmen zu initiieren
Staatssekretärin für Integration und Frauen, Barbara Loth (SPD)
Staatssekretärin für Integration und Frauen, Barbara Loth (SPD)

In Dialog miteinander traten Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis. Begrüßt wurden die zahlreich erschienenen Gäste durch die TIO-Vorstandsfrau Mira Renka. Die Eröffnungsrede hielt Barbara Loth, Staatssekretärin bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen des Landes Berlin. Einen Input gab die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Dr. Gisela Notz mit ihrem Vortrag zu Hürden, Chancen und Erfolgen von Migrantinnen in (Aus)Bildung und auf dem Arbeitsmarkt. Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin und Geschäftsführer der GRG-Services, Anke Overbeck, Beauftragte für Chancengleichheit und Migrationsangelegenheiten beim Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, Christina Pruß von dem sozialen Unternehmen Graefewirtschaft e.V. und Nesrin Tekin, Sozialarbeiterin bei TIO e.V. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Stephanie Schmidt.

 

Die Referentinnen und Podiumsgäste waren sich einig, dass es wichtig ist, Frauen mit Migrationshintergrund über 25 Jahren als Zielgruppe von arbeits- und integrationspolitischen Programmen explizit in den Fokus zu nehmen. Betont wurde, dass die Einbindung dieser Frauen in den ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine Herausforderung für Politik und Wirtschaft darstellt und als eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe zu betrachten ist. Gleichzeitig solle dem Problem der Prekarisierung durch den Aufbau sozialversicherungspflichtiger und existenzsichernder Beschäftigungsverhältnisse sowie auf die Bedarfe der Zielgruppe ausgerichteter Unterstützungsmaßnahmen während Schule und Ausbildung begegnet werden.

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