Selbstdarstellung

Der Treff- und Informationsort für Migrantinnen (TIO) e.V. ist ein gemeinnütziger, interkultureller Verein, der sich seit 1978 für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen in Deutschland einsetzt. Der TIO geht davon aus, dass Integration von Migrantinnen in erster Linie über die Integration ins Erwerbsleben stattfindet. Zurzeit betreibt der Verein in Kreuzberg und Neukölln zwei Beratungseinrichtungen und mehrere Bildungsangebote.


In Kreuzberg arbeitet die TIO-Beratungsstelle. Sie bietet Migrantinnen umfassende (psycho-)soziale und rechtliche Beratung, praktische Hilfestellung und Unterstützung an. Die Beratung findet stets ressourcenorientiert und parteilich im Sinne des Selbstbestimmungsrechts der Frauen statt. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Beratung gewaltbetroffener Migrantinnen. Die Mitarbeiterinnen leisten sowohl Krisen- als auch Präventionsarbeit, beraten zu Gewaltschutzmaßnahmen, vermitteln die Unterbringung in einer Zufluchtswohnung oder im Frauenhaus, unterstützen bei der Sicherung des Lebensunterhaltes, des Aufenthaltsstatusses und der Wohnungssuche. Zu den weiteren Beratungsthemen gehören Ehe- und Familienkonflikte, Zuwanderungs- und Asylrecht, der Zugang zu sozialen Leistungen, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Ethnizität oder sexueller Orientierung. Die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen werden auch durch Informationsveranstaltungen, Kurse und die Teilnahme an öffentlichen Diskussionsforen weiter vermittelt.

 

In Neukölln bietet TIO im Rahmen einer Weiterbildungsberatung seit 1994 Unterstützung, Beratung und Training für Migrantinnen an, die erwerbstätig werden wollen oder nach einer Ausbildung bzw. Umschulung suchen.

 

Seit 1990 ist der Verein mit dem TIO-Qualifizierungsprojekt ein Bildungsträger. Mit einer Finanzierung aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und dem Europäischen Sozialfonds werden in achtzehnmonatigen Vollzeitkursen jeweils ca. 30 Kursteilnehmerinnen auf die externen Schulabschlussprüfungen (Hauptschulabschluss und Erweiterter Hauptschulabschluss) vorbereitet. Gleichzeitig erhalten sie eine Berufsgrundausbildung in sozialen, pflegerischen sowie in Büro- und Dienstleistungsberufen. Im Anschluss an die Maßnahme werden sie in reguläre Berufsausbildungen oder Umschulungen vermittelt und während ihrer weiteren Ausbildung und in ihrem beruflichen Alltag unterstützt.

 

Von 2007 bis 2010 führte der TIO Berufsorientierungskurse für Migrantinnen durch. Diese dreimonatigen Kurse richteten sich speziell an Migrantinnen, die in ihren Heimatländern eine gute Schulbildung bzw. Berufsausbildung durchlaufen haben und in Deutschland einen beruflichen Einstieg in ihr Berufssegment finden wollen.

 

Von 2004 bis 2006 bestand das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Modellprojekt "Interkulturelle Öffnung der Berliner Verwaltung" für jugendliche Migrantinnen mit mittleren Bildungsabschlüssen. Sie wurden in fünf Monaten auf Ausbildungen in der öffentlichen Verwaltung vorbereitet und während der Ausbildung begleitet. Während dieser Zeit wurde außerdem ein Konzept zur interkulturellen Weiterbildung der Ausbilder entwickelt. Beide Bestandteile sollten dazu dienen, die Berliner Verwaltung interkulturell zu öffnen. Das Projekt wird als Vorbereitungskurs seit 2006 fortgesetzt. In sechsmonatigen Kursen werden die Teilnehmerinnen auf die Eignungsprüfungen im Öffentlichen Dienst sowie in der freien Wirtschaft vorbereitet und während ihrer Ausbildung unterstützt.

Seit April 2008 führt der TIO ein von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und dem Europäischen Sozialfonds finanziertes Projekt: das Girls' Studio. Das Girls' Studio ist ein weiterer Kurs für junge Frauen mit Migrationshintergrund, in dem sie eine Berufsorientierung in den Bereichen Fitness, Kosmetik und gesunde Ernährung erhalten und gleichzeitig auf das Nachholen von Schulabschlüssen vorbereiten werden. In diesem Projekt wird das Interesse der jungen Frauen an ihrem Aussehen mit dem Erwerb von Schulwissen verknüpft, um den Teilnehmerinnen, die das Berliner Schulsystem ohne einen Schulabschluss verlassen haben, die Möglichkeit zu bieten, einen Schulabschluss nachzuholen und einen Einstieg in eine reguläre Berufsausbildung zu schaffen.

 

Parallel zu diesen regulären Angeboten fanden in den letzten Jahren immer wieder Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen in verschiedenen Berufsfeldern statt.

Dies waren u.a.:

  •  Weiterbildungsprojekt im Bürobereich als Modellprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit bzw. im Auftrag der Agentur für Arbeit Berlin-Süd
  • MAE-Maßnahme für junge Frauen mit Migrationshintergrund im Rahmen des Programms Zukunftsjobs und Lernen und des Jobcenters Berlin-Neukölln
  • Trainingsmaßnahmen für Verkäuferinnen im Auftrag der Agentur für Arbeit Berlin Süd
  • Computerkurse für Migrantinnen im Rahmen des Programms LOS
  • Service für Coaching und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt im Rahmen von LSK-Berlin

 

Die Erfahrungen in unseren Weiterbildungsmaßnahmen machen deutlich, dass es uns immer wieder gelingt, bedarfsgerechte, zielgruppenspezifische, arbeitsmarktorientierte, effiziente und kostengünstige Angebote für Frauen mit Migrationshintergrund zu entwickeln. Als Indikator dafür gelten: lange Wartelisten, eine geringe Abbrecherinnenquote, die Prüfungsergebnisse (nicht nur intern, sondern auch die der externen Schulabschlussprüfungen) und eine gute Vermittlungsquote am Ende.

 

Wir sind für unsere Angebote als Weiterbildungsträger nach LQW zertifiziert.

 

Darüber hinaus haben wir für unsere Arbeit zwei Preise erhalten: Bundespräsident Johannes Rau und die Helga-und-Edzard-Reuter-Stiftung haben uns für vorbildliche Integrationsarbeit ausgezeichnet. TIO e.V. veranstaltet regelmäßig Tagungen, die sich sowohl an Fachpublikum als auch an eine interessierte Öffentlichkeit wenden. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und erfolgreichen Arbeit des Vereins, werden Mitarbeiterinnen immer wieder zu Podiumsdiskussionen und Fachtagungen, auch im europäischen Rahmen, eingeladen, um die Ergebnisse aus den Projekten zu präsentieren.

 

 


Literatur

 

Bagana, Elisabeth u.a.: Treff- und Informationsort für Frauen aus der Türkei. Lebenssituation von Frauen aus der Türkei und Möglichkeiten der Sozial- und Gemeinwesenarbeit, Berlin 1982 
Heinrich, Karin u.a.: Zwischen Alltagsfrust und Größenwahn. Probleme der Sozialarbeit in Projekten für ausländische Frauen, Weinheim 1990 
Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen (Hrsg.): Endstation Sehnsucht? Neue Perspektiven in der Sozialarbeit mit Migrantinnen. Fachtagung der Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen, Berlin in Zusammenarbeit mit TIO, Berlin 1995

aktuelle Stellenausschreibungen

Für unsere verschiedenen Projekte suchen wir zurzeit neue Kolleginnen:

 

- Dozentinnen für die Fächer Geschichte/Sozialkunde und Biologie für das Girls' Studio

- Sozialarbeiterin sowie Praktikantin für die Beratungsstelle

 

Mehr Informationen finden Sie hier.

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